Ortsrufanlage

Ortsrufanlage

Allgemeines

"Liebe Waschenbacherinnen und Waschenbacher!" So schallt es regelmäßig aus den Lautsprechern der Ortsrufanlage durch die Straßen unseres Ortsteils. Es folgen darauf aktuelle Informationen rund um unser schönes Waschenbach. Zumeist handelt es sich um Hinweise auf Veranstaltungen der Vereine, der Kirchengemeinde oder des Ortsbeirates. Aber auch Verlorenes und Gefundenes oder entlaufene Tiere sind häufiger ein Thema.

Geschichte

Gemeindediener Jakob Kraus

Bis zum Jahre 1961 war Jakob Kraus als Gemeindediener u. a. für die Wasserversorgung der Gemeinde Waschenbach und auch für das Ausrufen verantwortlich. Ein Megaphon stand ihm nicht zur Verfügung, er konnte also nur seine Stimme nutzen. In den Straßen der Gemeinde machte er deshalb viele Stopps, an denen er die örtlichen Neuigkeiten ausrief.

Im Jahre 1961 ging Jakob Kraus in Rente, rief aber weiterhin aus. Aus Altersgründen wollte er dieses Amt allerdings niederlegen. Da die Bürger Waschenbachs auf diesen Informations-Service nicht verzichten wollten, entschied die Gemeinde, eine Ortsrufanlage bauen zu lassen, die ungefähr Mitte der Sechziger Jahre installiert wurde. Ganz genau lässt sich das heute nicht mehr nachvollziehen.

Bis heute wird die Anlage durch die Mitglieder des Ortsbeirates weiterbetrieben.

Bundesweit gibt es übrigens insgesamt nur 29 Ortsrufanlagen in 6 Bundesländern. In Hessen existieren insgesamt 10 Ortsrufanlagen. Diese Zahlen verdeutlichen, über welchen seltenen Schatz wir in Waschenbach verfügen und erklärt auch, wieso unsere Ortsrufanlage in den Medien immer mal wieder thematisiert wird.


Betrieb

Der Ortsvorsteher Michael Reiser bekommt von den Vereinen und der Kirchengemeinde die Anfragen zu den auszurufenden Informationen. Aber natürlich gibt es auch des Öfteren Themen, welche direkt vom Ortsbeirat oder aus der Bevölkerung stammen. Zum Teil müssen die Texte dann erst noch so umformuliert werden, damit sie für das sogenannte Ausrufen passen.

Der Stellvertretende Ortsvorsteher Friedhelm Glöckner und der Schriftführer Julian Körber teilen sich dann die Ausruf-Termine auf. Herr Reiser springt aber auch ein, falls die beiden keine Zeit haben. In der Regel mittwochs und samstags gegen 18:00 Uhr ist es dann so weit und die Neuigkeiten werden vom Gemeindehaus aus ausgerufen. Zunächst erklingt eine Fanfare, durch welche die Bürgerinnen und Bürger erkennen, dass nun ausgerufen wird und um gegebenenfalls das Fenster zu öffnen oder nach draußen zu gehen, um die Durchsagen besser hören zu können. Nach der traditionellen Grußformel „Liebe Waschenbacherinnen und Waschenbacher“ werden die Texte dann verlesen und nochmals wiederholt, bevor wiederum mit der Fanfare das Ganze abgeschlossen wird.

Da natürlich nicht alle Interessierten immer zuhause sind, oder weil der ein oder andere nicht alles verstehen kann, sendet Herr Reiser die Texte auch über den WaBa-Info Newsletter an über 140 Abonnenten.


Die Fanfare

Technik und Instandhaltung

Im Waschenbacher Ortsgebiet sind 30 Lautsprecher installiert, die größtenteils direkt an den Häusern befestigt sind. Einige Lautsprecher sind auf einem Holzmast und 11 Metallmasten installiert. Verbunden sind die Lautsprecher über ca. 1.400 m Luftkabel und 200 m Erdkabel mit der Ortsrufanlage. Die meisten Lautsprecher stammten aus den Sechzigern und beschallten seit der Inbetriebnahme unseren Ort. Da etliche nach vielen Betriebsstunden, Wind und Wetter ausgesetzt, anfingen zu kratzen oder ganz ausfielen, wurden sie von Friedhelm Glöckner, der für die gesamte Technik der Ortsrufanlage verantwortlich ist, durch leistungsfähige neue Lautsprecher ausgetauscht. Ursprünglich wurde die Ortsrufanlage über einen 100 V-Verstärker betrieben, der über viele Jahre hinweg seinen zuverlässigen Dienst verrichtete, während der Durchsagen jedoch zunehmend häufiger in den Grenzlastbereich ging. Sprachaussetzer waren die Folge. Dadurch verringerte sich die Qualität der Durchsagen und der gewohnte Ausrufservice konnte nicht mehr gewährleistet werden. Seit Oktober 2017 verfügen wir über eine moderne, leistungsfähige Ortsrufanlage, die aus zwei 100 V-Endstufen und einem Mischpult besteht, an dem der CD-Player für das Einspielen der Fanfare angeschlossen ist. Ein gutes Mikrofon komplettiert die Anlage.

Durch die Austauschaktionen und Reparaturen innerhalb der vergangenen Jahre und schließlich der Erneuerung des Herzstückes unserer liebgewonnenen Ortsrufanlage sind wir nun sehr zufrieden mit dem technischen Stand der Anlage. Die Waschenbacher Bürgerinnen und Bürger können sich also darauf verlassen, dass sie weiterhin mit Informationen zum Waschenbacher Ortsgeschehen versorgt werden.

In der Presse

Hier gelangen Sie zum kostenpflichtigen Plus Artikel auf Echo Online (31.3.2020)

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